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Das National Palace Museum in Taiwan kann aufgrund des Reichtums und der Vielzahl der Sammlungen von Werken der Antike, der Bildkunst, aber auch Handschriften, Objekte, Bücher und Dokumente als Louvre des Orients angesehen werden. Die Werke stammen aus den kaiserlichen Kunstsammlungen der Dynastie Ch’ing und der vorherigen Dynastien Sung, Yuan und Ming und machen diese Einrichtung zum bedeutendsten Hüter der chinesischen Kunst und Kultur. Das Museum kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Zur Zeit der Gründung der Republik China befanden sich die Sammlungen in den inneren Höfen im nördlichen Teil der Verbotenen Stadt. 1917 veranlasste die republikanische Regierung die Verlegung in die äußeren Höfe. Die ersten Jahre der Republik waren durch Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Kriegsherren geprägt. 1924 besetzte der Kriegsherr Feng Yuhsiang Peking und zwang den letzten Kaiser P’u-i, die Verbotene Stadt zu verlassen. Er gründete das Komitee der Kaiserlichen Besitztümer der Ch’ing-Dynastie, durch das die bedeutenden Verluste großer Werke der Vorjahre aufgehalten werden konnten. Das Palace Museum wurde am 10. Oktober 1925 in der Verbotenen Stadt eingeweiht. Dadurch wurden die darin enthaltenen Sammlungen der Öffentlichkeit zugänglich. Das Museum gliederte sich damals in zwei Sektionen: Antike und Bücher. 1928 marschierte die nationalistische Armee in Peking ein und ernannte P’ei-chi zum Direktor des Museums, der dieses zu einer regelrechten Regierungseinrichtung umgestaltete. Diese Jahre galten als die goldenen Jahre des Museums von China. Die Ausstellungsaktivitäten entwickelten sich zunehmend. Bereits im Jahre 1936 wurden Hunderte von Büchern über die darin enthaltenen Sammlungen veröffentlicht. 1931 beschloss die nationalistische Regierung nach den Unruhen in Nordchina, die Sammlungen nach Shanghai zu verlagern, von wo aus sie wenige Jahre später in die eigens hergerichteten Lager im taoistischen Kloster Ch’ao-t’ien-kung in Nanking befördert wurden. Nach den Zwischenfällen an der Marco-Polo-Brücke im Jahre 1937 wurden die Sammlungen getrennt nach Pa-hsien in Sichuan und Nanking verlagert. Nach dem Fall von Shanghai evakuierte die Nankinger Zweigstelle die Kunstwerke an verschiedene Orte und schlussendlich zum Endziel in Lo-shan in der Provinz Sichuan. Während des sino-japanischen Krieges beschränkte sich das Museum auf den Schutz der verpackt gebliebenen Sammlungen - auch wenn die Ausstellungsaktivitäten trotz schwieriger Bedingungen in reduzierter Form fortgeführt wurden. Nach der Niederlage Japans im Jahre 1945 stellte das Palace Museum die eingelagerten Sammlungen von di Pa-hsien, O-mei und Lo-shan zusammen und verfrachtete sie nach Nanking. Im Herbst 1948 fiel nach den Auseinandersetzungen zwischen den nationalistischen und kommunistischen Armeen die Entscheidung, die wertvollen Objekte nach Taiwan zu befördern. Hier wurden die Sammlungen katalogisiert und der internationale Austausch mit anderen Museen wieder aufgenommen. 1965 richtete man einen neuen Sitz im Vorort von Taipeh ein. Von diesem Moment an entwickelte sich das Museum durch verschiedene Expansionszweige. Die Aktivitäten wurden seither durch didaktische Aktivitäten, Forschungsarbeiten, Veröffentlichungen und die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Institutionen bereichert. Das vollständige Inventar der Sammlungen, in denen die wichtigsten Objekte der Kunst und der angewandten Kunst der Geschichte Chinas vertreten sind, wurde im Jahre 1991 abgeschlossen. Die Zusammenarbeit zwischen Alessi und dem National Palace Museum kann als Absicht des Museums zur weiteren Öffnung für die internationale Szene angesehen werden und als Förderung einer besseren Kenntnis der Kultur und Geschichte Chinas in der westlichen Welt. Wir haben Stefano Giovannoni gemeinsam darum gebeten, eine Art Maskottchen für das neue Museum des 21. Jahrhunderts zu kreieren und auf Papier zu bringen. Daraus ist die „Familie von Mr. Chin“ für den Katalog „A di Alessi“ entstanden. Eine Reihe von kleinen Persönlichkeiten, die jeweils eine individuelle und funktionelle Rolle im Haushalt einnehmen. „Mr. Chin“ stellt in gewisser Weise auch einen neuen Abschnitt der spielerischen Sprache dar: Die Objekt-Persönlichkeiten werden nicht durch ein einzelnes Spritzgussverfahren hergestellt, wie das heute normalerweise bei dieser Kunststofffertigungs-Technologie zur Anwendung kommt, sondern in einzelne und getrennte Teile gegossen (Kopf, Hut, Pompon, Körper, Fuß), die erst nachher wie bei Holzfiguren oder Porzellanpuppen zusammengesetzt werden und somit ein optimales Erzeugnis für die ausgeklügelten Interpretationen von Giovannoni und die Verzierungen der handbemalten Kleider bieten.
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